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Forum: Übersicht > Bericht reloaded


http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Mm/Bericht-20110627#Zur_Rezeptionsgeschichte_der_Arbeit

Der VroniPlag-MM-Bericht und v.a. das Kapitel "Zur Rezeptionsgeschichte der Arbeit" sind inhaltlich und sprachlich äußerst gelungen - jedoch nicht mehr auf dem "neuesten Forschungsstand". Daher mein Vorschlag: Wir könnten das Kapitel hier auf MMDoku aktualisieren und erweitern und mit Hilfe der informativen Chronik kombinieren, fortschreiben und mit der Dokumentation verlinken. (Natürlich können auch Fußnoten und Anmerkungen eingebaut werden.) [BTW, einige "Erkenntnisse" aus der MM-Dokumentation flossen damals in den Bericht ein, z.B. FAS.] Klgn 20:33, 18. Mai 2012 (UTC)

Gute Idee! Das wäre dann eine dreigleisige Aufbereitung: 1. Chronologie zur schnellen Erstinformation, 2. Dokumentation der einzelnen Textzeugnisse, 3. quasi Synthese von 1+2 durch - ebenfalls neutral berichtende - Aufbereitung "im ganzen Satz".
Vielleicht wäre noch eine grobe chronologische Gliederung sinnvoll, wie etwa:

  1. Promotionsphase 1980(?)-1986
  2. Publikations- und erste Rezensionsphase 1987-1989
  3. Plagiatsvorwürfe und erste Bonner Untersuchungsphase 1989-1991
  4. Karrierephase und 'Sticheleien' nach 1991
  5. VroniPlag und zweite Bonner Untersuchungsphase 2011-2012
  6. Juristische Klärungsphase 2012-20xx ?

Allerdings wäre es mE sinnvoll, zu versuchen, vorher noch möglichst viele offene Fragen zu klären. Dazu könnte auch der Versuch dienen, das und das zu realisieren, bzw. das auch mit weiteren hier besonders interessanten Pers. (Hätte dazu konkretes zur weiteren int. Disk/Bearb./Entscheid.; habe mal versucht, alle offenen Fragen zusammenzustellen, die sich hier -jedenf. mir- noch stellen und die evtl. von den o.g. Pers. beantwortet werden könnten. Bin damit allerdings noch nicht ganz fertig. Könnte es dann per Datei senden, weiß nur nicht wie (via VP-mailbox?) -- 16:18, 19. Mai 2012 (UTC)




Work in Progress




Die Dissertation – nach Angaben der Autorin entstand sie in den Jahren 1981 bis 1986 – und ein damit verbundener Forschungsaufenthalt an der Universität Harvard wurde in den Jahren 1981 bis 1983 durch die Friedrich-Naumann-Stiftung mit Mitteln des damaligen Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung gefördert. Die Arbeit mit dem Thema „Geschichte und Fortschritt im Denken Amerikas: Ein europäisch-amerikanischer Vergleich“ wurde 1986 an der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn eingereicht und im November 1986[1] mit „magna cum laude“ benotet (vgl. Spiegel 13/1987). Erstgutachter war der Politologe Prof. Dr. Karl Dietrich Bracher.[2] 1987 wurde sie unter dem Titel „Amerika: das Experiment des Fortschritts. Ein Vergleich des politischen Denkens in Europa und in den USA“ im Schöningh-Verlag, Paderborn, mit einem Geleitwort Brachers veröffentlicht.[3] 1988 erschien eine amerikanische Ausgabe bei Praeger, New York, mit einem Vorwort von Gordon A. Craig.[4]

Zu dieser Zeit gab es noch nicht die Möglichkeiten des Internet. Die Arbeit wurde also „klassisch“ unter Verwendung gedruckter Quellen (Monographien, Aufsätze in Zeitschriften etc.) verfasst. Primärquellen wurden nicht benutzt, gelegentlich verweist die Autorin auf ausführliche Gespräche mit Fachwissenschaftlern und Zeitzeugen. Wie der Verfasserin keine elektronischen Hilfsmittel zur Verfügung standen, war damals auch die programmunterstützte und vernetzte Plagiatsuche nicht möglich.

Gleichwohl berichtete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel bereits im Herbst 1989 (Heft 37/1989), zwei Jahre nach der Veröffentlichung, von „erstaunlichen Parallelen“ der Dissertation mit Büchern der Historiker Horst Dippel und Hans R. Guggisberg sowie des Politikwissenschaftlers Horst Mewes und hielt fest: „Sie schrieb an etlichen Stellen aus deren Arbeiten beinahe wörtlich ab, ohne die Passagen, wie es sich bei einer Dissertation ziemt, als Zitate auszuweisen“. Als Beispiele präsentierte der Spiegel drei übereinstimmende Abschnitte auf den Seiten 135-136, 217 und 260 von „Amerika“. Bracher hielt dazu fest, „daß an einigen Stellen die angewandten Arbeitsmethoden nicht wissenschaftlichen Gepflogenheiten entsprechen“, aber dadurch „der Kern der geistigen Leistung von Frau Mathiopoulos nicht beeinträchtigt“ sei (zitiert nach Spiegel 37/1989).

Zwei Jahre später erschien im Band 36 (1991) der Amerikastudien eine Rezension der Dissertation von Kurt L. Shell (S. 567-568), in der auch auf den Plagiatsverdacht Bezug genommen wird. Dieser wird aber gegenüber der inhaltlichen „grundlegenden Schwächen“ als „nebensächlich“ bezeichnet. In derselben Ausgabe findet sich eine nicht namentlich gezeichnete Dokumentation mit dem Titel Die Rezeption deutscher Amerikanisten durch Margarita Mathiopoulos (S. 545-559), in welcher die Liste der im Spiegel bereits als mögliche Quellen für Übernahmen genannten Arbeiten um ein weiteres Fachbuch (Schröder 1982), einen Fachartikel (Angermann 1979), eine politikwissenschaftliche Dissertation aus dem Jahre 1967 (Krakau 1967) und einen literaturwissenschaftlichen Aufsatz aus der Beilage Aus Politik und Zeitgeschichte (Levine 1984) ergänzt wird. In der Dokumentation werden Textpassagen aus den Quellen den entsprechenden aus der Dissertation explizit gegenübergestellt und summarisch insgesamt 33 Seiten angeführt, die Parallelen aufweisen. Diese Tatsachen waren der Universität Bonn bekannt: Der Spiegel zitiert ein inzwischen erstelltes Gutachten der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn (Spiegel 34/2002) damit, „dass in der Arbeit ‚in wörtlicher und sinngemäßer Wiedergabe mehr übernommen‘ sei, ‚als es die Zitatnachweise‘ erkennen lassen.“

Laut Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung vom 20. Februar 2011 stellte Mathiopoulos bzgl. ihrer Dissertation fest:

„Nachdem seinerzeit eine Kommission der Universität Bonn, wo ich promoviert habe, die Vorwürfe untersucht hatte, die TU Braunschweig aufgrund des Befundes der Universität Bonn und vier wissenschaftlichen Gutachten von renommierten Kollegen, die meine wissenschaftlichen Arbeiten, Bücher und Aufsätze begutachteten, mich 1995 zur ersten Honorarprofessorin in ihrer 250-jährigen Geschichte beriefen, und ich 2002 von der Historischen Fakultät der Universität Potsdam zur Honorarprofessorin ernannt wurde – aufgrund von drei weiteren wissenschaftlichen Gutachten von renommierten Kollegen, ist das Thema abschließend geklärt.“

Wiederholt reagierte Mathiopoulos in der Vergangenheit auf in den Medien geäußerte Zweifel an der Integrität ihrer Dissertation mit Gegendarstellungen. 2002 erwirkte Mathiopoulos eine einstweilige Verfügung auf Unterlassung gegen die Berliner Zeitung und verlangte „von der Zeitung eine prominent aufgemachte Gegendarstellung auf der Titelseite.“ (Der Spiegel 34/2002) Diesen Antrag zog sie in der Hauptverhandlung wieder zurück.

Anmerkungen Bearbeiten

  1. Die mündliche Prüfung fand am 7. November 1986 statt.
  2. Zweitgutachter war Dr. habil. Wolfgang Bergsdorf, der sich 1982 bei Bracher habilitierte.
  3. Mathiopoulos 1987. Dummy: Datum/Ort der Buchvorstellung + links
  4. Mathiopoulos 1989

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