FANDOM


Home | Chronologie | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 1970-2008 | Rezeption | Wiederaufbereitung

Pressespiegel

2017

Dokumentindex

Nr
Dokument
   Datum   
Quelle
011 JuraForum 2017-06-22 JuraForum
010 dpa 2017-06-22 News4teachers
009 Horstkotte 2017-06-22 Legal Tribune Online
008 Zimmermann Horstkotte 2017-06-22 Tagesspiegel
007 Hilgers 2017-06-22 WDR
006 RP ONLINE 2017-06-21
005 Universität Bonn 2017-06-21 PM
004 Bundesverwaltungsgericht 2017-06-21 PM
003 dpa 2017-06-21
002 Bundesverwaltungsgericht 2017-03 Terminankündigung
001 Bundesverwaltungsgericht 2017-03 Terminankündigung

Juni

jur: Gerechtfertigter Entzug des Titels wegen halb geklauter Doktorarbeit, JuraForum, 22.06.2017

"Ist nahezu die Hälfte einer Doktorarbeit aus fremden Texten geklaut, so ist von einer vorsätzlichen Täuschung auszugehen. Der Doktortitel kann dann entzogen werden, wie am Mittwoch, 21. Juni 2017, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im Fall der Wissenschaftlerin und Politikberaterin Margarita Mathiopoulos entschied (Az.: 6 C 3.16). Danach steht eine frühere ergebnislose Prüfung dem Titel-Entzug nicht entgegen, und auch die Zeit heilt Verstöße nicht. Zudem durfte der Gesetzgeber die konkreten Regelungen den Universitäten übertragen."


dpa: Endlose Plagiatsaffäre? Mathiopoulos verliert in dritter Instanz und erwägt Verfassungsbeschwerde, News4teachers. Das Bildungsmagazin, 22.06.2017

"Seit nunmehr fünf Jahren prozessiert Ex-FDP-Beraterin Margarita Mathiopoulos gegen die Uni Bonn, die ihr 2012 den Doktortitel aberkannt hatte. Nun könnte es sein, dass sie den Titel endgültig abgeben muss. In Dritter Instanz entschied nun auch das Bundesverwaltungsgericht zu Gunsten der Hochschule. Doch Mathiopoulos will noch nicht aufgeben."


Hermann Horstkotte: Kein Doktortitel für Mathiopoulos. BVerwG zu langjähriger Plagiatsaffäre, Legal Tribune Online, 22.06.2017

"Die promovierte Historikerin Margarita Mathiopoulos war 1987 ein Musterbeispiel und Vorbild für soziale Integration überhaupt und den wissenschaftlichen Nachwuchs im Besonderen: Migrantin aus Griechenland, geflohen vor dem dortigen Obristenregime, über ihren Vater gut bekannt mit dem SPD-Vorsitzenden Willy Brandt, als Post-Doc Uni-Stipendiatin in New York, später Bankerin und Politikberaterin, seit Mitte der Neunziger auch nebenberufliche Hochschullehrerin mit Professorentitel.
Dennoch wurde die Karrierefrau von ihrer Vergangenheit eingeholt. Kaum war die Dissertation veröffentlicht, tauchten in der Fachliteratur Plagiatsvorwürfe auf. Die wurden in der herrschenden Meinung zunächst als neidische Schmähkritik abgetan. [...]
Die Lage änderte sich, als das vielbeachtete Internetforum Vroniplag Wiki 2011 die Doktorarbeit erneut durchleuchtete. Daraufhin entschloss sich eine Fakultätskommission, sensibilisiert auch durch den Fall Guttenberg, doch zur Rücknahme des Doktorhutes.
[...] Jetzt erwägen die Anwälte, ob eine Verfassungsbeschwerde nebst Antrag auf einstweilige Anordnung aussichtsreich erscheint. Im günstigsten Falle könnte Mathiopoulos ihre akademischen Titel bis zur endgültigen Klärung weiter tragen."


Birgit Zimmermann / Hermann Horstkotte (mit dpa): Mathiopoulos scheitert erneut im Rechtsstreit um Doktortitel, Tagesspiegel, 22.06.2017

"Mathiopoulos erwäge, sich mit einer Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gegen das Urteil zu wehren, erklärte ihr Anwalt in einer Mitteilung.
[...] Wenn das Urteil mit der schriftlichen Zustellung in den nächsten Wochen rechtskräftig wird, ist die Philosophische Fakultät der Uni Potsdam am Zuge. Sie hat 2012 beschlossen, die Mathiopoulos zehn Jahre früher verliehene Honorarprofessur für 'US-Politik und internationale Sicherheitspolitik' und den damit verbundenen Professorentitel abzuerkennen, falls der Bonner Doktortitel entfällt."


Jochen Hilgers: Letzte Instanz: Mathiopoulos bleibt ohne Doktorwürde, WDR, 22.06.2017

"Der Rektor der Universität Bonn, Michael Hoch, reagierte zufrieden auf die Entscheidung aus Leipzig. [...] Die Universität Bonn hatte damals [2012] ausgeführt, dass deutlich mehr als 40 Prozent der Doktorarbeit von Mathiopoulos aus nicht gekennzeichneten Plagiaten bestehe. Damit habe die heute 61- Jährige auf schwerwiegende Weise dem Ansehen der Universität geschadet. [...]
Mathiopoulos argumentierte [..] vor Gericht, dass ein vor vielen Jahren geregelter Fall nicht noch einmal aufgerollt werden könne. Das sah dann aber zuletzt das Bundesverwaltungsgericht anders."


Weitere Medienberichte kürzeren Umfangs sowie meist gleichen Inhalts auf Basis einer dpa-Agenturmeldung:


lsa/lnw: Plagiat - Mathiopoulos verliert Streit um Entzug des Doktortitels, RP ONLINE, 21.06.2017

"Wegen Plagiaten in ihrer Dissertation verlor die Politikberaterin Margarita Mathiopoulos ihren Doktortitel. Sie klagte dagegen - und scheitert jetzt auch in dritter Instanz. [...] Die erste Entscheidung der Hochschule aus den 1990er Jahren sei nicht rechtsverbindlich gewesen, erklärte der Vorsitzende Richter. 'Und daraus folgt für die Zukunft erstmal gar nichts.' Dass bis zur zweiten Prüfung zwei Jahrzehnte vergingen, stelle zwar einen erheblichen Nachteil für die Klägerin dar. Allerdings sei dies auch kein Bagatellfall, so dass der Entzug gerechtfertigt sei."


Universität Bonn: Entziehung zweier Doktorgrade bestätigt. Bundesverwaltungsgericht erklärt Bonner Entscheidungen für rechtens (Pressemitteilung), 21.06.2017

Das Bundesverwaltungsgericht hat heute in Leipzig entschieden, dass die 2012 von der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn beschlossene Entziehung des Doktorgrades von Margarita Mathiopoulos rechtens ist. [...] Rektor Prof. Dr. Michael Hoch und der Dekan der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Andreas Bartels, begrüßten die Entscheidung der Leipziger Richter. [...] [Das Bundesverwaltungsgericht] fällte nun eine abschließende Entscheidung zugunsten der Universität Bonn. [...]
Den Anstoß für die erneute Revision hatte die Internetplattform VroniPlag gegeben, die auf zahlreiche wörtliche Übernahmen ohne die wissenschaftlich gebotene Kennzeichnung fremden Gedankenguts hingewiesen hatte. Die neue Sachlage bildete den Anlass für die neuerliche Untersuchung durch die Fakultät. Margarita Mathiopoulos hatte im Rahmen des Verfahrens die Gelegenheit erhalten und genutzt, sich zu den Vorwürfen zu äußern.
Maßgeblich für die Entscheidung war, dass die Prüfer in der Dissertation [...] in mehreren Hundert Fällen aus anderen wissenschaftlichen Arbeiten entlehnte Passagen fanden, die nicht als wörtliche Übernahmen gekennzeichnet waren. Die entscheidenden Gremien sind überzeugt, dass es sich dabei nicht um bloße Versehen, sondern um vorsätzliche Täuschungen über die wissenschaftliche Urheberschaft handelt."


Bundesverwaltungsgericht: Pressemitteilung, Nr. 26/2017, 21.06.2017

"Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute entschieden, dass der Doktorgrad entzogen werden kann, wenn sich nachträglich herausstellt, dass der Promovend zahlreiche Passagen aus fremden Werken übernommen hat, ohne dies hinreichend kenntlich zu machen. [...]
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Revision der Klägerin gegen das Berufungsurteil zurückgewiesen. Das Berufungsgericht hat rechtsfehlerfrei angenommen, dass die Einstellung des Verfahrens im Jahr 1991 die Beklagte nicht hindert, den Doktorgrad zu entziehen. Die der Entziehung zugrunde liegenden Regelungen sind verfassungsgemäß. [...] Der gesetzliche Regelungsauftrag ist in der berufungsgerichtlichen Auslegung, wonach nur wissenschaftsbezogenes Fehlverhalten zu einer Entziehung des Doktorgrades führen kann, inhaltlich hinreichend bestimmt. Eine detailliertere gesetzliche Regelung war nicht erforderlich, weil das Promotionswesen wesentlicher Bestandteil der von Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG geschützten akademischen Selbstverwaltung ist. Auch musste die Möglichkeit der Entziehung des Doktorgrades nicht gesetzlich befristet werden, weil mit der Verleihung des Doktorgrades - anders als mit berufsqualifizierenden Hochschulabschlüssen - Erwartungen an das künftige wissenschaftsrelevante Verhalten verbunden sind.
Nach den bindenden berufungsgerichtlichen Feststellungen hat die Klägerin 327 Verstöße gegen das wissenschaftliche Zitiergebot begangen, die 46 % ihrer Arbeit umfassen. Die Schlussfolgerung des Berufungsgerichts, die Klägerin habe daher bei ihrer Promotionsleistung getäuscht, ist revisionsgerichtlich nicht zu beanstanden. [...] Angesichts der Schwere der Verstöße fallen die mit der Entziehung verbundenen Nachteile der Klägerin und die seit der Promotion verstrichene Zeit nicht derart ins Gewicht, dass die Beklagte von einer Entziehung zwingend hätte absehen müssen."


dpa: Gericht verhandelt über entzogene Doktortitel , sueddeutsche.de, 21.06.2017 (02:46);
am selben Tag auch online publiziert bei:

"Das Bundesverwaltungsgericht verhandelt heute über zwei Klagen gegen den Entzug von Doktortiteln durch die Universität Bonn. In einem Fall wehrt sich die Politikberaterin Margarita Mathiopoulos gegen diese Maßnahme. Die Hochschule wirft ihr Täuschung vor, weil ihre Dissertation von 1986 in erheblichem Umfang Texte aus fremder Feder enthalte. In den Vorinstanzen war Mathiopoulos mit der Klage gescheitert. [...] Mit einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts wird noch im Laufe des Tages gerechnet. (Az.: BVerwG 6 C 3.16 und 6 C 4.16)"

März

Bundesverwaltungsgericht (Leipzig): Termine [vor 10.03.2017]

"BVerwG 6 C 3.16; (OVG Münster 19 A 254/13; VG Köln 6 K 2684/12) [...]

21.06.2017
10:00 Uhr

Prof. Dr. M. - RA Raue LLP, Berlin - ./. Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn - RA Hümmerich legal - Rechtsanwälte in Partnerschaft mbB -, Bonn -

[...]

Hochschulrecht;
hier: Entziehung eines Doktorgrades"


Bundesverwaltungsgericht: Jahresbericht 2016, Leipzig 2017, S. 55 f. (Kap. "Rechtsprechungsvorschau 2017" / "Wichtige Verfahren im Jahr 2017")

"Entziehung des Doktorgrades
Das Bundesverwaltungsgericht wird in zwei Verfahren darüber zu entscheiden haben, ob es mit dem verfassungsrechtlichen Prinzip des Vorbehalts des Gesetzes vereinbar ist, dass der Landesgesetzgeber im Hochschulgesetz die Regelungen zur Entziehung eines Doktorgrades dem Satzungsrecht der Hochschule vorbehalten hat.
Die Klägerin des Verfahrens BVerwG 6 C 3.16 hatte im Jahr 1986 den Grad eines Dr. phil. erworben. Auf den öffentlich erhobenen Vorwurf, in ihrer Dissertation Passagen anderer Autoren ohne Ausweisung als Zitate übernommen zu haben, beschloss der Erweiterte Fakultätsrat 1991 auf die Empfehlung einer zur Untersuchung der Vorwürfe eingesetzten Kommission, dass kein Anlass bestehe, wegen des Vorwurfs der Täuschung einzuschreiten. Eine erneute Überprüfung im Jahr 2011 führte zur Entziehung des Doktorgrades. Die dagegen gerichtete Klage ist in den Vorinstanzen erfolglos geblieben."

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki